Seine Autobiographie
Anfang Oktober 1997 saß mein Vater bei einem gemütlichen Glas Wein vor dem Fernseher und hat sich “Das literarische Quartett” angeschaut. Die Worte des Chefkritikers vom literarischen Quartett´s haben ihn zum Nachdenken bewogen:
“Wer mit sechzig Jahren noch kein Werk publiziert hat, wird niemals mehr ein Literat werden! In diesem hohen Alter sollte man lieber Rosen im eigenen Garten züchten.”
Durch diese Worte beflügelt, hat sich mein Vater im alter von 73 Jahren dazu entschieden, sein literarisches Werk zu starten. Er wollte unbedingt beweisen, dass er noch nicht “zum alten Eisen” zählt, wie es vielleicht mancher geglaubt hat.
Eine Idee war geboren. Er war fest entschlossen, seine Autobiographie schreiben. Er hat sich gleich am nächsten Tag an seinen Schreibtisch gesetzt und auf der Schreibmaschine angefangen seine ersten Gedanken festzuhalten. Alles was ihm zu seiner Lebensgeschichte eingefallen war, hat er auf “Spickzetteln” notiert. Die Gedanken zu seiner Vergangenheit vielen ihm wie Schuppen aus den Haaren. Und je mehr er über sein Leben nachdachte, um so mehr ist ihm aus seiner Vergangenheit eingefallen.
Es sind schon mehr als drei Wochen vergangen, bis er mir von seinem Entschluss, seine Autobiographie zu schreiben, erzählt hat. Voller Stolz teilte er mir mit, das er schon mehr als dreißig Seiten geschrieben hat. Ich sagte dann nur kurz und trocken zu ihm: “Du bist ja verrückt!” Für mich war dabei nicht verrückt, dass er seine Lebensgeschichte schreiben wollte, sondern die Tatsache es mit der Schreibmaschine zu tippen. Ich muss dazu sagen, mein Vater hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie an einem Computer gesessen, oder daran gearbeitet. Für ihn war ein Computer immer nur elektronischer Schnickschnack mit dem man Computerspiele “zocken” konnte. Es bedarf einiger Überredungskunst, ihn von den Vorteilen eines Computer zu überzeugen. Ich habe ihm vorgeschlagen, ich könnte ihm meinen Computer leihen, um die ersten Erfahrungen mit einem Textverarbeitungsprogramm zu machen. Er hat zugestimmt. Anfangs war es zwar ein echter Kampf, ihn in das Schreibprogramm einzuarbeiten, aber es hat sich gelohnt. Er hatte die Vorteile eines Computers mit dem dazugehörigen Programm schnell erkannt. Nach nicht mal vierzehn Tagen stand sein Entschluss fest. Ein eigener Computer musste her.
Durch sein neues “Schreibgerät” war sein Ehrgeiz, seine Autobiographie zu schreiben, noch um einiges größer als auf der veralteten Schreibmaschine. Tag und Nacht saß er vor dem Rechner und “klopfte” seine Lebensgeschichte in die Computertastatur.
An manchen Tagen habe ich es verflucht, ihm die Idee mit dem Computer erzählt zu haben. Bis zu zehn / fünfzehn mal am tag rief er mich an und sagte: “Ich habe schon wieder ein Problem! Kannst Du mir weiter helfen?” Klar habe ich ihm immer geholfen, auch wenn es manchmal schon nervig wurde. Er rief mich zu allen Tages- und Nachtzeiten an, wenn er ein Problem mit dem Computer hatte. Ich kam mir oft vor, wie die “Microsoft Telefon Hotline”. Aber ich tat es trotz immer gerne.
Es verstand sich von selbst, das ich ihm auch bei der Gestaltung seines Buch-Covers helfen würde. Bis die endgültige Version des Covers beschlossen war, haben wir in Gemeinschaftsarbeit bestimmt 5-6 Varianten erstellt. Es hat sich immer wieder was geändert, das Design , der Titel, die Buchbeschreibung, einfach alles.
Aber irgendwann war seine Autobiographie in Romanform, die er unter dem Synonym Gérard E. Rai geschrieben hat, fertig. Jetzt ging es darum, seine Lebensgeschichte an den Verlag” zu bringen. Es ist alleine mehr als ein dreiviertel Jahr vergangen, einen Verlag zu finden der sein Buch veröffentlichen würde. Aber es kamen immer die gleichen Absagen:
“Doch, ihr Buch ist sehr spannend und gut geschrieben, aber leider haben sie keinen Bekanntheitsgrad!”
“Das Risiko bei einem unbekannten Autor ist uns zu groß!”
“Autobiographien veröffentlichen wir gar nicht.
Es gab natürlich schon das Eine und Andere Angebot von unseriösen Verlagen. Bei einer Eigenleistung von bis zu 30.000 DM würden sie das Buch verlegen. Auf solche dubiosen Angebote einzugehen, ist meinem Vater von Fachleuten aber abgeraten worden.
Und so verging bis heute die Zeit, ohne dass sein Buch einen Verleger gefunden hat. Die Festplatte auf der sich sein komplettes Werk befand, ist seit fast zehn Jahren in meinem Besitz. Durch Zufall hat mich eine Internetbekanntschaft darauf gebracht, das es mittlerweile die Möglichkeit des “Print on Demand” (Drucken auf Nachfrage) gibt. Bei solchen Verlagen hat man die Möglichkeit sein eigenes Buch auch in kleinen Stückzahlen drucken zu lassen. Es ist sogar möglich nur ein einziges Exemplar drucken zu lassen. Grosse Stückzahlen spielen hier keine Rolle.
Nachdem ich mich auf der Verlagsseite über alles informiert habe, stand mein Entschluss schnell fest. Ich bringe das “Alters Werk” meines Vater zu Ende. Sein stolzes Alter von 87 Jahren hat mit dazu bewogen, ihm seinen Traum noch zu erfüllen, an dem er mehr als zweieinhalb Jahre hingearbeitet hat.
Ich habe die “Rohform” seines Buches und das Buch-Cover nochmals überarbeitet und und eine druckfertige Version daraus gemacht. Nach Fertigstellung seines Werkes habe ich die druckfertige Version an den Verlag gesandt und die ersten zwei Exemplare bestellt. Ich konnte es kaum abwarten, bis die Bestellung bei mir eingetroffen ist.
Aber dann war sie da. Innerhalb weniger Tage nach der Bestellung, sind meine zwei bestellten Bücher angekommen. Jeder kann sich gut vorstellen, was ich noch am gleichen Tag gemacht habe. Ich habe meinen Vater im Seniorenheim besucht und habe ihm “SEIN” Buch übereicht. Anfangs hat er nicht recht verstanden, was er gerade in seinen Händen hält. Ich musste ihm erstmal verständlich machen, das es sich bei seinem Geschenk um die von ihm selbst geschriebene Autobiographie handelt. Es dauerte eine Weile bis er realisiert hat, was er gerade in seinen Händen hält. Ganz ehrlich, ich habe meinen Vater vorher noch nie weinen sehen, aber in diesem emotionalen Moment drückte es sogar meinem Vater das Wasser in die Augen. Er konnte es selbst nach über einer Stunde noch nicht glauben, dass er jetzt im Besitz einer gedruckten Ausgabe seines selbst geschrieben Buches ist. Sogar für mich war dieser Moment sehr ergreifend.
Für mich war es in erster Linie eine persönliche Herausforderung, meinem Vater seine eigene Autobiographie als gedrucktes Buch zu schenken. Diese Herausforderung habe ich gemeistert. Meine persönliche Einstellung gibt mir recht, “der Glaube kann Berge versetzen”. Nur wer sich ein Ziel setzt und hart daran arbeitet, wird es auch erreichen.
Für mich ist an dieser Stelle meine Arbeit aber noch nicht erledigt. Das Ziel meines Vaters war es ja nicht nur seine Lebensgeschichte als verlegtes und gedrucktes Buch zu besitzen, sonder er wollte seine Lebensgeschichte veröffentlichen. Andere Menschen daran teilhaben lassen, was er in der Vergangenheit alles erlebt hat. Mein Ziel ist es nun, ihm diesen Teil seines Traums auch noch zu erfüllen.
Auf dieser ihm gewidmeten Lebensweisheiten Seite, will ich der Allgemeinheit sein Buch vorstellen. Weiter unten auf dieser Seite finden sie eine Kurzfassung des Buchinhalts und einen Link, mit dem Sie sich eine Leseprobe seines Buches downloaden können. Für all diejenigen, die nach dem Lesen der Kurzfassung oder der kostenlosen Leseprobe neugierig geworden sind und mehr über sein Leben erfahren wollen, können sich das Buch auf der Verlagsseite gerne bestellen. Um seine Autobiographie bestellen zu können, müssen Sie nur unten auf “Jetzt Bestellen” klicken und sie werden auf den Bestellshop weitergeleitet.
Kurzfassung des Buchinhalts:
Außergewöhnliche Erlebnisse eines jugendlichen Einzelgängers. Lebensbedrohende Wagnisse als „Organisierer“ im okkupierten Paris. Verurteilung durch ein Kriegsgericht. Flucht nach England, mit Hilfe befreundeter Résistance-Mitglieder. Inhaftierung und Deportation nach Deutschland. Lohnender Schwarzmarkthandel in München. Erwerb eines Vermögens dank einer innovativen Geschäftsidee. Steuerflucht nach Tanger. Tätliche Auseinandersetzung mit tödlichem Ausgang bei einer Pokerpartie. Flucht aus Tanger nach Algerien. Beitritt zur Fremdenlegion. Kriegseinsatz in Indochina. Rückkehr nach Tanger. Verhaftung und Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis wegen Totschlags. Erlebnisbericht brutalster Ereignisse im marokkanischen Gefängnis. Jahrelange Fluchtvorbereitungen. Flucht nach sechsjähriger Haft. Rückkehr nach Deutschland. Auslieferungshaft in Frankfurt, zwecks Rückführung nach Marokko zur Verbüßung der Reststrafe. Freilassung und Beendigung der jahrelangen Anonymität. Ausreise nach Australien. Hochkarätige Pokerpartie in Sydney. Kauf einer Segelyacht. Zweieinhalb Jahre dauernde Segeltour mit einem australischen Freund. Abenteuerliche Erlebnisse auf hoher See, in Süd- und Westafrika. Rückkehr nach Deutschland. Verkauf des Segelbootes. Anschließender Besuch der Spielbank von Travemünde, mit höchst verlustreichem Ausgang.







